Ein Jahr im Zeichen von Adolf Loos

Ein Jahr im Zeichen von Adolf Loos

Lasst uns den Jahrestag des berühmten Architekten und Designers feiern.

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Am 10. Dezember 2020 werden 150 Jahre seit der Geburt von Adolf Loos, des weltberühmten Architekten und Wegbereiters moderner Architektur, vergangen sein, und deshalb ist dieses Jahr auch das offizielle Adolf-Loos-Jahr. Wir haben für Sie mehrere Tipps vorbereitet, wo Sie seine Werke bewundern können. Auch wenn seit der Realisierung seiner Werke häufig mehr als 100 Jahre vergangen sind, bleiben diese zeitlos und sein Nachlass lebt in der zeitgenössischen Architektur des 21. Jahrhunderts weiter.

Wer war Adolf Loos

Adolf Loos wurde am 10. Dezember 1870 in der südmährischen Metropole Brünn geboren. Nach dem Abitur an der k.k. deutschen Staatsgewerbeschule in Liberec in Nordböhmen, studierte er weiter an der Technischen Hochschule in Dresden, die er nach drei Jahren verließ und in die USA auswanderte. Nach seiner Rückkehr nach Europa ließ er sich 1897 in Wien nieder, wo er sein eigenes Atelier eröffnete. Neben Frank Lloyd Wright, Le Corbusier und Ludwig Mies van der Rohe gehört Adolf Loos zu den bedeutendsten Architekten der Moderne. Zu seinen bekanntesten Bauwerken gehören das Looshaus am Wiener Michaelerplatz für das Bekleidungsunternehmen Goldman & Salatsch, das Haus des Dichters Tristan Tzara in Paris, der Entwurf einer Villa für die Tänzerin Josephine Baker und die Villa Müller in Prag. Adolf Loos starb in Österreich im Jahr 1933.

Adolf Loos und Ausstellungen im Jahr 2020

Gleich mehrere Museen im ganzen Land haben sich vorgenommen, den 150. Jahrestag der Geburt dieses genialen Architekten mit Ausstellungen über sein Leben und Werk zu feiern. Das Museum der Stadt Brünn veranstaltet bis Ende 2020 die Ausstellung mit dem Titel Der Europäer Adolf Loos: Nicht nur auf Brünns Spuren. Hier lernen die Besucher nicht nur die Wurzeln und das familiäre Umfeld von Adolf Loos in der Stadt Brünn, sondern auch seine Werke kennen, die er für seine Heimatstadt und die weite Umgebung entwarf.

Sollten Sie eine Reise nach Prag planen, dann treffen Sie auch hier auf Adolf Loos Spuren. Das Museum der Hauptstadt Prag hat die Ausstellung mit dem Titel Adolf Loos – Wiederholung eines Genies in der Galerie des Studien- und Dokumentarzentrums Norbertov vorbereitet (bis 31.01.2021). Präsentiert wird das architektonische Erbe von Adolf Loos, das sich durch das unverwechselbare Spiel mit Raum, Material, Ausstattung und Licht auszeichnet. Für Ende des Jahres ist in Prag noch eine Ausstellung mit dem Titel Der Weltbürger Adolf Loos geplant. Diese kann von 11 Dezember 2020 bis August 2021 im Nationalen Technikmuseum besucht werden und soll daran erinnern, dass Loos Bauwerke nicht nur in der Tschechischen Republik, sondern in ganz Europa vertreten sind.

In der Prager Josef-Fragner-Galerie können Sie bis Dezember 2020 die Ausstellung Raumplan und zeitgenössische Architektur besuchen. Hierbei werden seine Werke und die Verknüpfung zum sog. Raumplan vorgestellt, auf den sich zahlreiche Architekten bis heute beziehen. Der Raumplan ist ein Gestaltungs- und Entwurfskonzept für die Innenräume von Gebäuden, der die Größe und lichte Höhe der Räume von deren Funktion und repräsentativen Bedeutung abhängig machte. Wobei das Gebäude nicht in einzelne Geschosse mit jeweils nur einer Ebene geteilt ist, sondern in einzelne Räume, die teilweise mehrgeschossig ineinander geschachtelt sind. Diese Art der Innenraumgestaltung geht auf Adolf Loos zurück und ist für ihn charakteristisch.

In Pilsen in Westböhmen, knapp eine Autostunde von Prag entfernt, treffen Sie ebenfalls auf Adolf Loos Spuren. Loos hat in dieser Stadt mehrere Innenraumgestaltungen von Wohngebäuden geschaffen, die wie durch ein Wunder bis heute erhalten geblieben sind.

Wo Sie seine Werke bewundern können

Das wahrscheinlich bedeutendste Bauwerk von Adolf Loos auf dem Gebiet der Tschechischen Republik steht in Prag, genauer im Villenviertel Střešovice, und heißt heute nach dem Auftraggeber des Baus Villa Müller. Während der Besichtigung, die vorab im Museum der Hauptstadt Prag zu reservieren ist, erfahren Sie interessante Fakten zu diesem einzigartigen Baudenkmal der Moderne, das nach der Meinung von Architekten zu den bedeutendsten Villen des 20. Jahrhunderts gehört.

In Prag steht auch ein weiteres wichtiges Bauwerk von Adolf Loos, die Villa Winternitzer in Prag 5, die eine Galerie beherbergt, die an mehreren Wochentagen für Besucher geöffnet ist. Jeden Samstag und Sonntag können Sie an der kommentierten Besichtigung der Villa teilnehmen. Von den fachlich geschulten Fremdenführern erfahren Sie detaillierte Informationen zum Bauwerk und dessen Bewohnern. Auch diese Besichtigung müssen Sie jedoch im Voraus reservieren.

Brünn treffen Sie auf Adolf Loos Spuren beispielsweise in der Nähe des Brünner Messegeländes im sog. Bauer Schloss. Dieses stammt aus dem 19. Jahrhundert, wobei der Eigentümer im Jahre 1925 Adolf Loos damit beauftragte, die Innenräume umzugestalten. Dieser entwarf unter anderem die Wandverkleidung aus Marmor im Speisezimmer und einen Stuck-Streifen mit figuralen Motiven. Diese Innenraumgestaltung ist sein einziges erhaltenes Werk in seiner Geburtsstadt.

Wir haben bereits erwähnt, dass sich in Pilsen in Westböhmen die sog. Interieurs von Adolf Loos befinden. Jeder Innenraum ist einzigartig, doch alle sind gleichermaßen besuchswert. In der Wohnung der Familie Kraus an der Adresse Bendov 10 befindet sich laut Experten der schönste von Adolf Loos gestaltete Salon mit Verkleidung aus Schweizer Marmor und Zimmerdecke aus Mahagoni-Holzplatten. Beim Besuch des Appartements von Dr. Volg in der Straße Klatovská 12 gibt es wie durch ein Wunder erhaltene Räume, einen Salon mit Nachbildungen der Originalmöbel und ein Esszimmer aus Travertiner Marmor zu bewundern. Eine weitere Besichtigung bietet sich im Brummel-Haus in der Straße Husova 58 an, das von Adolf Loos zu einem Zwei-Generationen-Haus umgestaltet wurde. Und die letzte Innenraumgestaltung nahm er in der Wohnung der Familie von Oskar Semler in der Straße Klatovská 110 vor. Wobei diese letzte Wohnung gerade saniert wird und nicht besichtigt werden kann.