Die Schönheit des Funktionalismus in 5 Varianten

Die Schönheit des Funktionalismus in 5 Varianten

Die Villa Tugendhat wurde als einziges Denkmal moderner Architektur in der Tschechischen Republik in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

In den Zwanziger- und Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts setzte sich ein vollkommen neuer Baustil durch – der Funktionalismus. Der führende Architekturstil macht auch vor der damaligen Tschechoslowakei nicht halt und verhalf der tschechoslowakischen Architektur in der Zwischenkriegszeit zur europäischen Spitze aufzusteigen. Besichtigen Sie die Juwelen der Weltarchitektur, die von solchen Ikonen wie Adolf Loos oder Ludwig Mies van der Rohe entworfen wurden.

1. Villa Tugendhat

Adresse: Černopolní 45, Brünn
Die Villa Tugendhat, die Sie in der mährischen Metropole Brünn finden, ist unbestritten eine Perle des Funktionalismus. Die Villa ist ein einzigartiges funktionalistisches Gesamtkunstwerk des deutschen Architekten Ludwig Mies van der Rohe und wurde als einziges Denkmal moderner Architektur in der Tschechischen Republik in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Gleichzeitig handelt es sich um einen Bau, der neue Maßstäbe im Bereich des modernen Wohnens setzte und zu den weltweit wichtigsten Werken der modernen Architektur, des Funktionalismus, zählt. Zwischen 2010 und 2012 wurde die Villa samt anliegendem Garten restauriert und erhielt ihr Aussehen zum Zeitpunkt der Fertigstellung im Jahr 1930 zurück. Aufgrund des regen Interesses empfehlen wir Ihnen, die Besichtigung im Voraus zu reservieren.

2. Villa Müller

Adresse: Nad Hradním vodojemem 14/642, Prag 6 – Střešovice
Die luxuriöse, funktionalistische Villa Müller finden Sie in einem der bekanntesten und ältesten Prager Garten- und Villenviertel namens Ořechovka. Die Villa von Milada und František Müller stammt vom genialen Architekten Adolf Loos, der damals in Tschechien wirkte. Es war eben dieser Auftrag für den Bau dieser Villa, der es Adolf Loos ermöglichte, sein originelles Raumkonzept zur Perfektion zu bringen. Die Innenausstattung der Villa, die von Loos ausgewählt und in vielen Fällen sogar selbst entworfen wurde, verkörpert die überraschende Harmonie zwischen dem modernen Funktionalismus und dem klassischen englischem Landhausstil.

3. Messepalast

Adresse: Dukelských hrdinů 530/47, Prag 7
Ein weiterer bedeutender Prager Bau im Stil des Funktionalismus ist der Messepalast. Dieser wurde zwischen 1925 und 1928 errichtet und war seinerzeit das größte Gebäude dieses Typs weltweit. Im Jahr 1976 ging das Gebäude an die Nationalgalerie in Prag, die es bis heute besitzt und hier die Ausstellung zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts zeigt.

4. Baťas Hochhaus

Adresse: třída Tomáše Bati 21, Zlín
Baťas Hochhaus ließ der Geschäftsmann Jan Antonín Baťa (der Stiefbruder des berühmten Schuhherstellers Tomáš Baťa) in der Stadt Zlín nach dem Entwurf des Architekten Vladimír Karfík zwischen 1936 und 1938 bauen, und da das Gebäude die Nummer 21 trägt, wird es meist nur „der Einundzwanziger“ genannt. Das Hochhaus mit 17 Stockwerken und 77,5 m Höhe war seinerzeit das zweithöchste Gebäude Europas. Der Bau stellt ein kleines technologisches Wunder dar – Sie finden darin Rohrpost, Fußbodensteckdosen für Strom und Telefon sowie das Büro des Firmendirektors, das sich im 6 x 6 m großem Aufzug befindet. Da ist es nicht verwunderlich, dass das Hochhaus zu den acht bedeutendsten Denkmälern der tschechischen Architektur des 20. Jahrhunderts gezählt wird. Heute dient es als Sitz des Kreisamtes des Landkreises Zlín. Und noch ein interessanter Fact: Während Herrentoiletten in jedem Stockwerk vorgesehen waren, waren Damentoiletten nur im zweiten und neunten Stockwerk zu finden.

5. Villa Stiassni

Adresse: Hroznová 82/14, Brünn-Mitte (Brno-střed)
Die zweigeschossige funktionalistische Villa in Brünn mit L-förmigem Grundriss wurde nach den Plänen von Ernst Wiesner erbaut. Fertiggestellt wurde sie im Jahr 1929. Der Auftraggeber waren der Unternehmen Alfred Stiassni und seine Frau Hermine, nach denen die Villa auch benannt wurde. Im Jahr 1952 ging die Villa samt Garten an den Staat und diente zu repräsentativen Zwecken, daher wird das Haus auch heute noch manchmal „Staatsvilla“ genannt. In der Villa verweilte eine Reihe von bedeutenden Persönlichkeiten, darunter auch Fidel Castro. Seit 2009 ist die Villa in der Verwaltung des Nationalen Denkmalschutzinstituts und seit drei Jahren ist das Haus auch für Besucher geöffnet.


 
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