Die Karlsbrücke in Prag wird 660 Jahre alt

Die Karlsbrücke in Prag wird 660 Jahre alt

Begleiten Sie uns durch die Geschichte eines der berühmtesten Bauwerke Tschechiens

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Die berühmteste Brücke der Tschechischen Republik begeht in diesem Jahr ein historisches Jubiläum. Am 9. Juli werden 660 Jahre seit der Grundsteinlegung verflossen sein. Obwohl sie Prag nun schon sieben Jahrhunderte lang ziert, erfreut sie sich auch weiterhin des gewaltigen Interesses von Touristen und Künstlern.

Eine der bestbewahrten Brücken des Mittelalters

Kein Geringerer als der böhmische König und römische Kaiser Karl IV. legte den Grundstein für die Karlsbrücke. Mit dem Bau der gotischen Steinbrücke begann er im Jahre 1357, nachdem eine verheerende Flutkatastrophe die ursprüngliche Steinbrücke fortgerissen hatte. Die erst 1402 fertiggestellte Brücke verbindet bis heute das linke und das rechte Ufer der Moldau.

Ihre Geschichte ist gezeichnet von unzähligen unglücklichen Ereignissen, Kriegen und schrecklichen Flutkatastrophen. Bei der schlimmsten, im Jahre 1890, stürzten gar drei Brückenbogen ein. Es gelang, alles wieder zu reparieren und so kann man sich heute am faszinierenden Blick auf die Prager Burg, die altertümliche Residenz der böhmischen Könige und das meistbesuchte Kulturdenkmal Tschechiens, ergötzen.

Karlsbrücke, Prager Brücke oder Steinbrücke?

Alle drei Bezeichnungen sind korrekt. Die Bezeichnung Karlsbrücke entstand jedoch nicht direkt beim Bau dieses Bauwerkes. In der Vergangenheit wurde sie lange Zeit einfach Prager Brücke genannt, denn damals war sie die einzige Brücke in Prag. Außerdem kam auch die Bezeichnung Steinbrücke in Gebrauch. Der vom ihrem Begründer abgeleitete Name Karlsbrücke kam erst Ende des 19. Jahrhunderts auf.

Ausschmückung durch hervorragende Meister der Bildhauerkunst

Beim Bummel über die Brücke wandelt man durch eine ganze Galerie von Barockstatuen und Statuengruppen unter freiem Himmel. Die Ausschmückung der Brücke stammt aus den Ateliers berühmter Künstler jener Zeit. So arbeiteten der grandiose Bildhauer Matthias Bernhard Braun, Johann Brokoff sowie dessen Sohn Ferdinand Maximilian Brokoff an ihr. Auf der 500 Meter langen Brücke stehen nicht weniger als dreißig Statuen bedeutender Heiliger, von denen die Statue des heiligen Nepomuk die bekannteste ist. Auch die beiden zum Schutz der Brücke erbauten mittelalterlichen Brückentürme sind von hohem künstlerischem Wert.

Legenden und Sagen

Alte Sagen haben bis heute ihren Reiz. Die älteste Legende über die Karlsbrücke ist mit der feierlichen Eröffnung ihres Baus verbunden. Angeblich soll Karl IV. höchstpersönlich ihren Grundstein gelegt haben, und zwar auf Anraten seiner Astrologen am 9. Juli 1357, genau um 5 Uhr und 31 Minuten. Dieser besondere Augenblick wurde noch von der richtigen Konstellation des Sternbilds des Löwen, dem Symbol der böhmischen Könige und dem hell leuchtenden Mars, dem Planeten der Großtaten und Krieger bestärkt.

Eine weitere Legende berichtet, man habe zur Festigung des Mörtels Eier verwendet. Diese Legende wurde vor einigen Jahren leider durch eine Analyse des Baumaterials widerlegt. Dabei zeigte sich jedoch, dass die mittelalterlichen Erbauer Wein und Milch beimengten.

 
Bei einem Bummel über die Karlsbrücke können Sie sich selbst davon überzeugen, dass sie zu Recht als eines der schönsten Bauwerke der Welt gilt.
 
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