Der tschechische Winter-Superstar, der in Ski-Alpin- und Snowboard-Disziplinen glänzt

Der tschechische Winter-Superstar, der in Ski-Alpin- und Snowboard-Disziplinen glänzt

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Ester „STR“ Ledecká, die erfolgreichste tschechische Snowboarderin und Skirennläuferin, hat den internationalen Ski- und Snowboardsport im Sturm erobert. 2018 gewann sie bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang völlig überraschend die Goldmedaille im Super-G. Viele Fans können sich noch an ihren fassungslosen Gesichtsausdruck erinnern, als sie im Zielbereich stand und ihren Namen auf dem ersten Rang sah. Nach diesem Erfolg kam noch die zweite, diesmal jedoch erwartete, Goldmedaille im Snowboarden dazu. Auch deshalb gehört sie bei der kommenden Ski-Alpin-WM im italienischen Cortina d’Ampezzo zu den Favoritinnen.
Ester wird von Fans auch als „nicht von dieser Welt“ bezeichnet. Und das hat gleich mehrere Gründe: Als erste Teilnehmerin in der Geschichte der Olympischen Spiele gewann sie bei Winterspielen zwei Goldmedaillen in zwei verschiedenen Disziplinen. Sie ist die erste tschechische Ski-Alpin-Rennläuferin, die eine olympische Goldmedaille gewann, und die erste Olympiateilnehmerin, die in einer Ski-Alpin- und einer Snowboard-Disziplin an den Start ging.



Obwohl die Trainingsbedingungen in Tschechien mit denen in den Alpenländern nicht vergleichbar sind, überzeugt sie in den schnellsten Ski-Alpin-Disziplinen – in der Abfahrt und im Super-G. Und dann kommen noch ihre ganz spezifische Lebenseinstellung und ihr Humor hinzu. Erwähnenswert ist auch das Team, das sie auf Schritt und Tritt begleitet: ihre Mutter Zuzana (ehemalige Eiskunstläuferin) als „Head Coach“ und ihr Vater Janek (erfolgreicher tschechischer Rockmusiker und Musicaldarsteller) als „Head Manager“. Von der internationalen Presse wird sie gefeiert, und die BBC beschrieb ihren Doppelsieg in Pyeongchang als „eine der ergreifendsten olympischen Geschichten aller Zeiten“.

Ihre Skianzüge entwirft ihr Bruder Jonáš

Ester „STR“ Ledecká bei ihren Rennen zuzusehen ist mehr als unterhaltsam. Das liegt nicht nur an ihrem spezifischen, aggressiven Fahrstil, sondern auch an den lauten Zwischenkommentaren, die sie während der Fahrt herausschreit, um sich selbst anzufeuern. Warum auch nicht? Wenn dieses „legale Doping“ Tennisspielerinnen hilft, dann sollte es einer Abfahrtsläuferin auch erlaubt sein.
Von ihren Konkurrentinnen, die ihr mittlerweile viel Respekt zollen, unterscheidet sie sich auch durch ihr Outfits. Ihre Skianzüge und ihre Snowboard-Kleidung der tschechischen Marke Don Quiet (die sich in Schnitt und Verarbeitung unterscheiden) wurden von ihrem Bruder Jonáš entworfen, einem bekannten Zeichner und Comic-Fan. „Ich wollte aus Ester eine Superheldin machen“, sagte der nächste Nachkomme dieser künstlerisch (und sportlich) begabten Familie über seine Schwester. „Als sie trotz Bandscheibenvorfall an den Olympischen Spielen in Sotschi teilnahm und ich sie zu ihren Physiotherapien begleitete, dachte ich mir, dass sie halb Mensch, halb Cyborg sein muss, um das auszuhalten“, erklärte Jonáš Ledecký, der hinter der Kleidung mit dem STR-Logo steht. „So hat Ester ihre Zeichnungen unterschrieben, als sie noch klein war.“ Und deshalb sieht sie in den Rennanzügen ihres Bruders wie eine der Avengers-Superheldinnen aus.

Sie will immer die Beste sein

Und das ist nicht alles. Ester Ledecká ist auch für ihre Einstellung im Training und bei Rennen bekannt. Sie will immer die Beste sein, ist zielstrebig und ehrgeizig und bekommt vom Skifahren und Snowboarden nie genug. Ihre Trainer müssen sie manchmal fast von der Piste zerren, da der tschechische Ski-Superstar immer weitertrainieren will.
Wobei sie, insbesondere aufgrund der aktuellen Covid-Pandemie, auch in tschechischen Skigebieten trainiert. Hier trifft man sie beispielsweise im größten tschechischen Wintersportgebiet Špindlerův Mlýn, oder im Altvatergebirge im Skigebiet Červenohorské sedlo, wo auch in einem milden Winter Schnee liegt.



Hartes Training absolviert sie auch im Sommer. Sie übt sich im Kickboxen, Beachvolleyball und ist eine Top-Windsurferin. Eine Besonderheit ist, dass ihr Sommer-Trainingsplan bis vor kurzem von ihrem Großvater Jan Klapáč, dem Eishockey-Weltmeister aus dem Jahr 1972, zusammengestellt wurde.
Ihre Lebenseinstellung spiegelt sich auch in zwischenmenschlichen Beziehungen wider. Trotz so manchen Tränen und Enttäuschungen beginnt sie jede Pressekonferenz und jedes Interview nach dem Rennen damit, sich bei ihrem Team zu bedanken. „Ich schätze all die Menschen um mich herum und möchte mich bei ihnen bedanken. Ihr alle seid wichtig“, bekommt man von ihr eigentlich immer zu hören.

Das zeichnet Ester Ledecká aus.