Berühmte tschechische Komponisten

Berühmte tschechische Komponisten

Musik kennt keine Grenzen! Kennen Sie die wichtigsten Vertreter tschechischer Musik, die weltweit zum Phänomen wurden?

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Früher kursierte das Sprichwort: Jeder Tscheche ist ein Musikant. Heute gilt dies zwar nicht mehr, trotzdem brachte die Tschechische Republik im Laufe ihrer Geschichte mehrere Musikgenies hervor, die weltweit berühmt wurden. Erkunden Sie zusammen mit uns das Leben von mehreren bekannten tschechischen Komponisten der klassischen Musik. Wir werden sie Ihnen nicht nur näher bringen, sondern Ihnen auch die Orte in der Tschechischen Republik vorstellen, wo Sie ihre Spuren antreffen.

Josef Mysliveček (1737–1781)

Josef Mysliveček war ein tschechischer Komponist in der Ära des Spätbarocks und Klassizismus. Die zweite Hälfte seines Lebens verbrachte er in Italien, wo ihn besonders seine Opern berühmt machten. Neben sechsundzwanzig Opern umfasst sein reiches Schaffen auch eine Reihe von Oratorien und Kantaten, Symphonien und instrumentalen Kammermusikkompositionen. Geboren wurde er in Prag in einer Müllersfamilie, höchstwahrscheinlich in der sog. Sova-Mühle, die heute das Museum Kampa beherbergt. Nach seinem Studium in Prag zog es ihn nach Italien, der damaligen Weltmacht in Sachen Oper. Dort verbrachte er die zweite Hälfte seines Lebens und sammelte zahlreiche Erfahrungen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts galt er als einer der talentiertesten Komponisten. Sogar sein Zeitgenosse Wolfgang Amadeus Mozart, der heute weitaus bekannter ist, bewunderte die Musik von Mysliveček. Heute könnten Sie unter seinem Pseudonym „Il divino boemo“ – Der göttliche Tscheche – auf ihn stoßen. Zu seinen berühmtesten Kompositionen gehören das Konzert für Violine und Orchester in D-Dur sowie eine seiner Ouvertüren.

Bedřich Smetana (1824–1884)

Der angehende Komponist wurde in der ostböhmischen Stadt Litomyšl geboren. Und zwar fast im Schloss, da sein Vater als Bierbrauer im Dienste von Adeligen arbeitete und zusammen mit seiner Frau und seinen Töchtern eine Wohnung beim Schloss bewohnte. Heute beherbergt diese eine Ausstellung über die Kindheit des Komponisten. Die Eltern entdeckten früh das musikalische Talent des kleinen Bedřich und entschieden sich, ihn zu fördern. Noch bevor er die Schulbank drückte, spielte er Geige und mit acht Jahren schrieb er die ersten eigenen Kompositionen. Später ging er nach Prag, um Musik zu studieren, wo er sich auch niederließ und eine Musikschule eröffnete. Später verließ er die Heimat und reiste durch Europa, um Musik zu unterrichten, als Klaviervirtuose aufzutreten und zu komponieren. Später kehrte er jedoch endgültig nach Prag zurück, wo er den Großteil seines Lebens verbrachte. Die letzten zehn Lebensjahre war er taub, doch auch das hinderte ihn nicht am Komponieren von Orchesterwerken, Kammermusik und Opern. Obwohl nicht alle seine Werke begeistert aufgenommen wurden, etablierte sich Bedřich Smetana noch zu Lebzeiten als bekannter Vertreter tschechischer Nationalmusik und tschechischer Kultur. Zu seinen berühmtesten Werken, die in Konzertsälen und auf Bühnen auf der ganzen Welt gespielt werden, gehören die Oper Die verkaufte Braut und der Zyklus sinfonischer Dichtungen Mein Vaterland. In Prag erinnert an sein Leben das Bedřich-Smetana-Museum unweit der Karlsbrücke. In seiner Geburtsstadt Litomyšl findet zu seinem Andenken alljährlich das weltberühmte Klassikfestival Smetanas Leitomischl (tsch. Smetanova Litomyšl) statt.

Antonín Dvořák (1841–1904)

Stabat mater, die Symphonie Nr. 9, die Oper Rusalka oder die Slawischen Tänze – das sind die berühmtesten Werke des genialen Komponisten Antonín Dvořák, der zu den tschechischen Komponisten gehört, die bis heute ein hohes internationales Renommee genießen. Seine Opern und Kompositionen werden auf den bekanntesten Bühnen der Welt – von New York bis Tokio – aufgeführt. Antonín Dvořák wurde in Nelahozeves nördlich von Prag geboren. Heute können Sie dort sein Geburtshaus besuchen, wo er seine Kindheit verbrachte. Das Haus wurde zum Antonín-Dvořák-Denkmal umgestaltet. Die Innenräume sind so eingerichtet, dass sich Besucher gedanklich in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückversetzt fühlen und sich besser vorstellen können, wie die Kindheit und Jugend dieses Komponisten ausgesehen haben mag. Antoníns Musiklaufbahn nahm später internationale Ausmaße an, und das insbesondere nach seiner erfolgreichen Tournee durch Großbritannien und die USA Ende des 19. Jahrhunderts. Nach diesem berühmten Komponisten wurden die Musikfestivals Dvořáks Prag, Dvořáks Olomouc sowie Dvořáks Turnov und Sychrov benannt.

Leoš Janáček (1854–1928)

Ist ein weiterer Vertreter tschechischer Komponisten, die weltweit ein hohes Ansehen genießen. Obwohl er musikalisch zur musikalischen Generation der Moderne gehört, zeichnet er sich durch seinen individuellen, unverwechselbaren Stil aus. Musikerkollegen schätzen insbesondere seine ungewöhnliche Melodik, die von der Folkloremusik seiner Kindheit inspiriert wurde. International ist er vornehmlich für seine Opern, wie beispielsweise Jenůfa, bekannt. Auch seine weiteren Werke, wie die Glagolitische Messe, die Lachischen Tänze oder die Sinfonietta, genießen ein hohes Renommee und werden bis heute aufgeführt. Janáček wurde in der Gemeinde Hukvaldy unweit von Ostrava geboren, wo Sie auch die Möglichkeit haben, sein Geburtshaus zu besuchen, das zum Leoš-Janáček-Denkmal umgestaltet wurde. Auch Leoš Janáček werden Musikfestivals gewidmet – das Internationale Leoš-Janáček-Festival in Ostrava oder das Janáček-Festival in Brünn.

Bohuslav Martinů (1890–1959)

Bohuslav Martinů erblickte in der ostböhmischen Kleinstadt Polička das Licht der Welt. Am Prager Konservatorium studierte er Violine und Orgel, und diese beiden Musikinstrumente haben ihn bei seinem musikalischen Schaffen sein Leben lang begleitet. Seine Jugendjahre verbrachte er in Paris, von wo er weiter in die USA zog. Später lebte er abwechselnd in den USA und in Europa, am häufigsten hielt er sich in Frankreich, der Schweiz und Italien auf. In all den genannten Ländern unterrichtete er an Musikakademien und komponierte, hauptsächlich Opern, Symphonien und Balletts. Zu seinen bekanntesten Werken gehören beispielsweise die Kantate Otevírání studánek (Das Maifest der Brünnlein) oder die Feldmesse. Sollten Sie eine Reise nach Polička planen, dann besuchen Sie das Bohuslav-Martinů-Centrum, wo Sie im Rahmen der Besichtigung auch das kleine Zimmer im Kirchturm besichtigen, wo er das Licht der Welt erblickte. Sein Vater arbeitete unter anderem als Turmwächter. Er war für die Turmuhr und das Läuten der Kirchenglocke zuständig.