Zauberhafte Natur am Zusammenfluss von Elbe und Adler, die ereignisreiche Geschichte einer der ältesten tschechischen Städte, die günstige Lage knapp 100 km von Prag entfernt und die ungewöhnlich elegante Verbindung aus Gotik, Renaissance, Barock und der Moderne. Das ist Hradec Králové. Eine mehr als besuchenswerte Stadt!

Die Architektur von Josef Gočár - Inspirierender Funktionalismus

Die Goldene Ära der Architektur in Hradec Králové begann Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem Ersten Weltkrieg, als man im Rahmen von Bauvorhaben nach neuen, kreativen Impulsen in der Raumplanung suchte. Ein solcher Impuls war der neue Bebauungsplan des Architekten Josef Gočár, der dank seines radialen Kreisprinzips der Bebauung bis heute zeitlos geblieben ist. Der Bebauungsplan namens Gočárs Hradec umfasste die Neugestaltung des Hauptplatzes, ein Schulgelände, den Sitz der Diözese und das heutige Gebäude des Magistrats. Gočárs Vorgänger ist der - nicht nur wegen seines Entwurfs des Museumsgebäudes im Jugendstil - genauso bedeutende tschechische Architekt Jan Kotěra. Zusammen mit J. Gočár machte er sich mit seinen originellen, mannigfaltigen Bauwerken um den Beinamen Salon der Republik für Hradec Králové verdient.

Weißer Turm und Heilig-Geist-Kathedrale mit imposantem Glockenturm, der den Himmel zu berühren scheint

Das majestätische Wahrzeichen von Hradec Králové ist zweifelsohne der Weiße Turm, der stolz exakt in der Stadtmitte thront. Seinen Namen erhielt der Turm dank der strahlenden Farbe des Sandsteins aus Hořice, aus dem er erbaut ist. Der Turm im Stil der Renaissance erhebt sich bis in 72 m Höhe und bietet seinen Besuchern einen wunderschönen Rundblick nicht nur auf Hradec Králové, sondern auch auf die Gipfel des Riesengebirges und Adlergebirges. Der Bau des aus finanziellen Spenden der hiesigen Bürger finanzierten Turms wurde im Jahr 1574 aufgenommen. Sieben Jahre später wurde in den 4. Stock des Turms die imposante, ganze acht Tonnen schwere Glocke namens „Augustin“ aufgehängt!
In direkter Nachbarschaft steht die Heilig-Geist-Kathedrale, deren Geschichte von einem Geheimnis umwoben ist. Da die Gründungsurkunde der Kirche nicht erhalten geblieben ist, können wir nur annehmen, dass sie im Jahr 1307 die böhmische Königin Elisabeth Richza erbauen ließ.

Die Galerie für zeitgenössische Kunst mit dem Nachlass eines barmherzigen Geistlichen

Die Königgrätzer Galerie rühmt sich einer in Tschechien einmaligen Sammlung, deren Depot (im Unterschied zu den meisten anderen Sammlungen) keinen Sozialistischen Realismus beinhaltet. In der Galerie finden Sie eine umfassende Sammlung des tschechischen Kubismus sowie des zahlreich vertretenen Surrealismus der 1920er bis 1970er Jahre. Der heutige Sitz der 1953 gegründeten Galerie ist in einem repräsentativen Jugendstilgebäude auf dem Hauptplatz Velké náměstí. Nicht uninteressant ist die Tatsache, dass sich um ihre Gründung vor allem der Königgrätzer Bischof Doubrava verdient machte, der in seinem Testament aus dem Jahr 1919 der Stadt seine persönliche Kunstsammlung vermachte.

Muzeum východních Čech (Museum Ostböhmens) - Von Mammuts zum Prunkgürtel

Das Museum Ostböhmens siedelt im Jugendstilgebäude des Architekten Josef Gočár aus dem Jahr 1913. Auf den ersten Blick wird Sie das Gebäude mit seiner monumentalen Gestalt beeindrucken. Der Grundriss dieses Gebäudes hat vieles gemeinsam mit den Grundrissen mittelalterlicher Dome – zum Beispiel die Form eines lateinischen Kreuzes. Von außen wirkt es wie ein reiner Jugendstilbau, wobei die Ornamente an der Fassade, der Backstein und die geometrische Gliederung auffallen. In der Gegenwart hat dieses größte Regionalmuseum in seinen archäologischen, naturwissenschaftlichen und historischen Sammlungen an die drei Millionen Artefakte. Ein besonders wertvolles Exponat ist beispielsweise der mit Edelsteinen besetzte Elisabeth-Gürtel, der einer Legende nach Königin Elisabeth von Pommern, der Witwe von Karl IV., gehört haben soll.

Eine Erlebnisschifffahrt auf der Elbe - Stromabwärts im Takt eines Raddampfers

Raddampfer sind das Andenken an den menschlichen Erfindergeist des 19. Jahrhunderts, als diese gemütliche Art des Reisens gang und gäbe war. Die knapp einstündige Flussfahrt auf den Raddampfern Primator, Královna Eliška (dt. Königin Elisabeth) oder Pirátská plachetnice (dt. Piraten-Segelschiff) bringt Sie vom Kai Smetanovo nábřeží, am Museum Ostböhmens vorbei, bis zum prächtigen Sander-Wasserkraftwerk. Retour fahren Sie auf der Elbe stromaufwärts durch die malerische Vorstadtlandschaft.

Ausflugstipps in der Umgebung von Hradec Králové

Sollten Sie ein oder zwei Tage Zeit haben, dann lohnt sich ein Ausflug in die unweit gelegene Gemeinde Třebechovice pod Orebem. Das dortige Weihnachtskrippen-Museum hat nämlich in seiner Sammlung die meistbewunderte tschechische Krippe – die Probošt-Krippe. Diese wurde im Jahr 1926 nach mehr als 40 Jahren fertiggestellt und besteht aus fast 2 000 geschnitzten Einzelteilen! Erwähnenswert ist auch das Schloss in Častolovice im Stil der Renaissance. Die geschnitzten Kassettendecken sind einfach nur atemberaubend. Das neogotische Schloss Hrádek u Nechanic wirkt hingegen wie ein Stück England in Südböhmen. Und nicht zuletzt empfehlen wir den Besuch der mächtigen Burg Kunětická hora, die für ihre perfekt durchdachte Befestigungsanlage berühmt ist.