Mozart und Tschechien, eine Geschichte der Inspiration

Mozart und Tschechien, eine Geschichte der Inspiration

Vor 260 Jahren wurde einer der bekanntesten Komponisten der Welt, Wolfgang Amadeus Mozart, geboren. Hier erfahren Sie etwas über die große Bedeutung Böhmens für sein Schaffen.

In Zusammenhang mit dem Genie Wolfgang Amadeus Mozart wiederholen die Tschechen gerne seinen Ausspruch: „Meine Prager verstehen mich!“ Vermutlich hat das der Komponist nach der erfolgreichen Uraufführung seiner Oper Don Giovanni erklärt, die in Prag im Jahre 1787 stattfand. Prag hatte Mozart vielleicht auch deswegen ins Herz geschlossen, weil die Prager seine Musik viel mehr zu schätzen wussten als beispielsweise die Wiener. Der Komponist kam noch einige Male nach Prag zurück. Zu Beginn seiner Karriere hatte er aber auch das Publikum in Olmütz begeistert. Mozarts Spuren sind auch im Kurort Karlsbad zu finden.

Zum ersten Mal in Mähren

Obwohl bei Mozart immer Prag „die erste Geige“ spielte, besuchte er gleich zu Beginn seiner ruhmreichen Karriere Brünn und Olmütz. Er kam nach Mähren aus Wien, wo zu der Zeit eine Pockenepidemie grassierte. Das geplante Konzert in Brünn musste er jedoch wegen der sich ausbreitenden Krankheit absagen und er fuhr mit seiner Familie weiter nach Olmütz. Dort blieb er einige Zeit und komponierte eine seiner Symphonien. Danach kam er nach Brünn zurück, um bei einem Konzert im Theater Reduta (Redoute) aufzutreten. In diesem Theater wird übrigens nach wie vor gespielt, es ist eine der Bühnen des Nationaltheaters Brünn. Dieses ist entsprechend stolz darauf, dass es sich um den ältesten Theaterraum in Mitteleuropa handelt. Nun aber zurück zu Mozart! Wir haben noch nicht erwähnt, dass Mozarts Konzert in Brünn im Jahre 1767 stattfand, als der Komponist gerade erst 11 Jahre alt war.

Erfolge in Prag

Mozarts Werk erreichte Prag früher als er selbst. Der Erfolg von Figaros Hochzeit war hier so überwältigend, dass der Komponist selbst davon überrascht war. Mozart soll einem Freund in einem Brief anvertraut haben, dass Figaros Hochzeit in Prag Stadtgespräch sei und die Leute sogar auf den Straßen Arien daraus sängen.

Seine folgende Oper Don Giovanni vollendete Mozart deshalb gerade in Prag und führte sie im hiesigen Ständetheater  auf. Daran wird dort zu diesem Jubiläum mit einem festlichen Konzert erinnert, bei dem die international gefeierte Opernsängerin Simona Houda Šaturová auftritt. Das Orchester des  Nationaltheaters wird vom deutschen Dirigenten Ralf Beck geleitet. Das Konzert findet am 27. Januar 2016 statt, umfangreichere Veranstaltungen sind dann für den Sommer geplant. Mehr davon kann man hier erfahren - wir kehren zu Mozart und seinen Prager Besuchen zurück.

Während seiner Aufenthalte weilte er bei seinen Freunden, dem Ehepaar Dušek in der Villa Bertramka. Bei einem Spaziergang mit Josefína Dušková besuchte Mozart das Kloster Strahov, wo er vermutlich die dortige berühmte Orgel ausprobierte. Laut einem Ohrenzeugen war es ein Erlebnis, das die Menschen durch Mozarts Meisterschaft vor Bewunderung erstarren ließ.

Zum letzten Mal kam Mozart im Jahre 1791 nach Prag, einige Monate vor seinem Tod. Er schaffte es noch, eine Oper aus Anlass der Krönung von König Leopold II. zu komponieren und einzustudieren. Allerdings soll sich die Kaiserin über das neue Werk nicht sonderlich schmeichelhaft geäußert haben. Als Mozart mit 35 Jahren zum letzten Mal von Prag Abschied nahm, war er wohl schon von seiner tödlichen Krankheit gezeichnet. Nach seinem Tode am 5. Dezember 1791 organisierten seine Prager Freunde eine Abschiedsmesse in der St.-Nikolaus-Kirche. Wenn Sie diese Kirche auf der Prager Kleinseite kennen, werden Sie vielleicht überrascht sein, dass während der Messe zu Ehren Mozarts viertausend Menschen in die Kirche passten.

Ein Grab in Karlsbad

Wolfgangs Amadeus Musiktalent erbte auch sein sechstes Kind, sein Sohn Franz Xaver Wolfgang Mozart. Den Vater kannte er praktisch nicht, da er erst einige Monate vor seinem Tode geboren wurde, aber die Gene eines Genies ließen sich nicht verleugnen, und so begann er noch als Kind zu komponieren. Obwohl er als Musiker große Anerkennung genoss, war ihm klar, dass er nie an die Erfolge seines Vaters heranreichen würde. Auch er besuchte die Länder der böhmischen Krone. Zweimal weilte er in Karlsbad, zum zweiten Mal auf Empfehlung der Ärzte. Leider konnte die Kur seine tödliche Krankheit nicht abwenden. Franz Xaver Wolfgang Mozart starb in Karlsbad und wurde hier auch bestattet. Auf seinem Grabstein steht: Wolfgang Amadeus Mozart – so soll ihn seine Mutter nach dem Tode seines Vaters genannt haben.