Frische Energie aus böhmischen und mährischen Bädern

Frische Energie aus böhmischen und mährischen Bädern

Machen Sie sich auf, dahin, wo Sie neue Kraft direkt aus dem Innern der Erde schöpfen können. Wie wär´s da mit den Bädern Westböhmens.

Schon die alten Römer kannten die wohltuende Wirkung von Kurbädern. Zwar reicht die böhmische und mährische Bädertradition nicht bis in deren Zeit zurück, dennoch braucht sie sich aber dessen nicht zu schämen. Im Falle von Karlsbad und Teplitz ist diese Tradition viele hundert Jahre alt. Um aus den hiesigen Thermalquellen Kraft zu schöpfen, kamen Könige, Kaiser, Komponisten und Dichter herbei, also die Highsociety vergangener Zeiten. Es sind jedoch nicht die einzigen Orte in der Tschechische Republik, wohin Gäste kommen, die Ruhe und hochwertigen Wellness-Service suchen. Schauen Sie sich mit uns die beliebtesten tschechischen Bäder an und lassen Sie sich inspirieren, wo Sie im Frühling und Sommer Kraft schöpfen können. Das Beste heben wir uns für den Schluss auf.

Nordböhmen

In Nordböhmen liegt außer kleineren Zentren, wie die Bäder Libverda oder Kundratice, auch das älteste aller böhmischen Kurbäder und zugleich eines der ältesten Mitteleuropas: Teplitz. Bereits die Kelten nutzten das dortige Thermalwasser, und seine Geschichte begann vor 18 Tausend Jahren, als der auf das Erzgebirge  fallende Regen in die Erde einsickerte, und das Wasser die hohen Temperaturen und die Mineralien in sich aufnahm, die bis heute in ihm enthalten sind. Teplitz ist eine romantische Stadt, die ihre Gründung einem hinkenden Schwein zu verdanken hat.

Denn dieses Schwein ist wegen einem verletzten Bein seiner Herde oft abhanden gekommen, und der Hirte hatte sich daran gewöhnt, dass das Tier immer zurückbleibt. Eines Tages aber bemerkte er, dass das Schwein, obwohl es schon mit der Herde hätte mithalten können, immer noch herumtrödelte, also machte er sich auf die Suche nach ihm. Er fand heraus, dass das Schwein zu einer Quelle hinstrebte und sich dort in deren Schlamm wälzte. Der Hirte war daraufhin nicht faul und meldete seine Entdeckung dem örtlichen Landedelmann. Dieser gründete daraufhin hier eine Stadt, die bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts als Kurbad fungierte. Unweit von Teplitz finden Sie weitere Kurdörfer, wie Bílina oder Dubí, wo Sie vielleicht die dortige Kirche überraschen wird.

Sie ist nämlich im Stile der Venezianischen Gotik errichtet worden und gilt als der nördlichste venezianische Bau Europas. Auch das romantische Schloss in Duchcov hat einen Bezug zu Italien, denn dort verbrachte der bekannte Liebhaber Giacomo Casanova seine letzten Jahre. Lassen Sie sich keinen dieser Plätze bei Ihrem Bäderbesuch in Norböhmen entgehen. Aber auch in den beliebten Sommerwanderzentren im Isergebirge oder im Riesengebirge  können Sie fantastischen Wellness-Service erleben.

Südböhmen

Wegen der berühmten Packungen und seiner ruhigen Atmosphäre ist das Kurbad Třeboň in Südböhmen bekannt. Die Packungen sind wegen dem Torf von Třeboň so wirksam, der zu den besten Europas gehört. Eine so beruhigende Atmosphäre hat die Stadt wegen ihrer Landschaft voller Fischteiche. Die Landschaft von Třeboň ist nämlich eine wohl bekannte Teichregion – eine Biosphärenregion, die auf der UNESCO-Liste steht. Durch diese Landschaft voller kleiner und großer Teiche und Weiher verlaufen viele Radwanderwege, dank derer Sie Ihren Aufenthalt in Třeboň durch Fahrradausflüge oder Spaziergänge bereichern können. Und Třeboň hat auch weitere Highlights! Eines davon ist das schöne Schloss. Dank der erwähnten Teiche des Třeboňer Lands wurde es auch als Gegend der Fischspezialitäten bekannt. Wie wär´s mit frittierten Karpfenfiletchen?
In Südböhmen  können Sie auch das kleine Kurbad Bechyně besuchen und hochwertige Wellness-Aufenthalte im Böhmerwald  genießen.

Ostböhmen

Eine Kur in Verbindung mit frischer Bergluft, das ist eine bewährte Arznei für alle Gebrechen. Genutzt wird das z.B. in Johannisbad  am Rande des Nationalparks Riesengebirge. Das Städtchen liegt im Tal am Fuße des Schwarzenbergs/Černá hora, und von ihm aus fährt eine Kabinenseilbahn sommers wie winters den Berg hinauf. Ski- und Radfahrer nutzen sie genauso wie Fußgänger. Die warme Quelle in Johannisbad wurde angeblich von Prospektoren entdeckt, die am Fuße der höchsten tschechischen Berge seltene Edelmetalle suchten. An der hiesigen Kolonnade finden Sie auch den sagenhaften und strengen Rübezahl – den Patron des ganzen Riesengebirges, der auf die Ordnung in seinen Wäldern und Tälern Acht gibt.

In Ostböhmen liegt auch das eher kleine Kurbad Bělohrad, wo Probleme mit dem Bewegungsapparat geheilt werden. Vom Kurbad Bělohrad aus ist es nur ein kleines Stück bis in die Berge oder auch zur Safari in Dvůr Králové. Ein architektonisches Erlebnis wiederum wird ein Aufenthalt im Kurbad Bohdaneč sein, das auch wegen seines funktionalistischen Stils bekannt geworden ist.

Mähren

Kaum ein Ort hat einen so malerischen Namen wie Karlova Studánka (Bad Karlsbrunn) und kaum ein Kurbad ist so malerisch wie dieses. Es hat ein wenig mehr als 200 Einwohner und ist das am höchsten gelegene Dorf in der Region. Kommt es Ihnen so vor, als ob Sie den Namen schon einmal gehört haben? Dann war das vielleicht im Zusammenhang mit Skifahren – nur ein Stückchen entfernt von hier ist nämlich der Gipfel des höchsten Bergs von Mähren, des Praděd /des Altvaters, der im Frühjahr und im Sommer auch sehr schön ist. Wenn Sie also Bäder, Wellness und Ruhe suchen, weit weg von den Menschen, dann fahren Sie doch nach Karlova Studánka zwischen Mähren und Schlesien.

Im Vorgebirge des Altvatergebirges gibt es auch das Thermalbad Velké Losiny, das von einem ausgedehnten Parkwald umgeben ist. Deswegen gehört Velké Losiny zu den bekanntesten Kurorten in Mähren. Und dank des neuerlich errichteten Thermalaquaparks, der in der Tschechische Republik nicht seinesgleichen hat, wird es möglicherweise bald zu den bekanntesten Kurbädern im ganzen Land gehören.

In Südmähren liegt auch die Kurbadortschaft Hodonín, die aus dem hochwertigen Jodwasser profitiert und Kurgäste mit Rheumatismus oder Arthrose behandelt. Das Kurbad Hodonín ist ein modernes Zentrum, und obwohl es zu den jüngsten in der Tschechische Republik gehört, ist es auch eines der meistbesuchten. Außer dem hohen Serviceniveau ist ein schlagendes Argument dafür Hodonín aufzusuchen, auch seine Nähe zur Kulturlandschaft Lednice-Valtice und dessen einmaliger Landschaft, die in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen ist.

Falls Ihnen bei Ihrem Besuch Südmährens der Sinn nach Ruhe und Entspannung stehen sollte, empfiehlt sich ein Zwischenstopp in Luhačovice (Luhatschowitz). Die schöne Umgebung und originelle Architektur lockt nämlich jedes Jahr tausende Besucher hierher, die sich verwöhnen lassen, die Stille genießen und Ausflüge in die herrliche Natur unternehmen.

Der Westen

Wenn wir uns gen Westen der Tschechische Republik wenden, dann kommen wir zu dem Besten. Westböhmen  ist nämlich durch seine Kurbadtradition berühmt – und dies nicht nur in der Tschechische Republik. Die Bäder sind in aller Welt bekannt, genauso wie ihre Gäste von einst und heute. Karlovy Vary (Karlsbad) ist bereits im 14. Jahrhundert von König und Kaiser Karl IV. gegründet worden, der könnte also den berühmten Besuchern zugeordnet werden. Einen Aufschwung erlebte Karlsbad aber erst zweihundert Jahre später und dann blühte es weiter. Dazu beigetragen hat vor allem, dass es zum letzten Schrei unter dem reichen Adel geworden war, also ist der russische Zar Peter der Große oder die österreichische Kaisern Elisabet genannt Sissi hierhergekommen. Außerdem weilten hier auch Wolfgang Amadeus Mozart, Nikolaj Wasiljevitsch Gogol, Niccolò Paganini oder Sigmund Freud. Was hat sie alle nach Karlsbad hingezogen?

Die heilende Wirkung der einzigartigen Thermalquellen, die aus bis zu 88 Meter (288 ft) tiefen Bohrungen aufsprudeln, die Temperatur der Thermalquelle „Vřídlo“ beträgt 72°C (161°F). Zu alledem kommt noch die herrliche Natur zwischen dem Erzgebirge und dem Landschaftsschutzgebiet  Slavkovskýles hinzu. Und die romantische Architektur im Barock- und Jugendstil, die aus dem Stadtzentrum im Tal des Flüsschens Teplá eines der meistbesuchten Kurbäder Europas macht.
Nicht für umsonst spricht man aber häufig vom westböhmischen Bäderdreieck. Karlsbad wird von dem nicht minder schönen Marienbad ergänzt, das auch die Stadt der Parks und Wälder genannt wird. Dominante ist die Kolonnade mit ihrer Gusseisenkonstruktion oder die Singende Fontäne. In der Stadt und ihrer Umgebung entspringen an die hundert Mineralquellen. Etwas kleiner ist Franzensbad, das eine geschützte städtische Denkmalzone ist. Die Gäste werden hier von der beliebten Wasser- und Erholungswelt Aquaforum angezogen.

Etwas näher am Erzgebirge befindet sich das erste Radonbad auf der WeltJoachimstal. Hier wird mit Radonwasser behandelt, das im Unterschied zu den anderen Quellen keine chemischen sondern eine energetische Wirkung hat. Die Quelle dieses seltenen Naturschatzes befindet sich in einem Bergwerk etwa einen halben Kilometer unter der Erdoberfläche (1640 ft).

Auf die Heilung von Kindern ist in Westböhmen  das Kurbad Kynžvart ausgerichtet. Für eine Genesungskur können dort Menschen Zuflucht nehmen, die Haut-, Atemprobleme, oder auch Depressionen haben. Nur ein Stück weit vom Kurbad entfernt befindet sich der Barock- und klassizistische Sommersitz des österreichischen Kanzlers Klemens von Metternich, der gewiss einen Besuch lohnt. Sei Fürst Metternich nun gewesen, wie er wolle, so hat er doch die Kraft der Bildung nicht vernachlässigt und gemeinsam mit seinem Sohn eine der bedeutendsten Schlossbibliotheken aufgebaut.
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